Ultima V

64er - 5/1990
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Die Schicksalsschlacht
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Hier ist er: Unser Ultima-Longplay. In Ultima V kehrt ihr als Avatar nach 
Britannia zurck. Stellt euer Knnen einmal mehr unter Beweis.

Ich sitze allein in meinem Bett und grble ber so allerlei nach. Ich denke an 
die Zeit, als ich noch auf dem Boden Britannias stand und fr den einen groen 
Traum der Menschheit kmpfte. Das ist lange her; seitdem ist viel passiert. Ich 
habe es zwar geschafft, ein Avatar, eine Art Messias fr die Bewohner Britannias 
zu werden, doch als ich in meine Heimat zurckkehrte, war alles so anders. 
Niemand bewundert mich hier fr meine Heldentaten  nun ja, woher sollten sie 
sie auch wissen? Doch die Qualitten, die ich in Ultima IV bewiesen habe, sie 
alle scheinen hier fr keinen auch nur den geringsten Wert zu haben.

Nein. Das ist keine Welt fr mich. Oft habe ich mich nach Sosaria zurckgesehnt, 
bin auf vielen meiner Spaziergnge an jener Stelle vorbeigekommen, wo die acht 
kleinen, im Kreis angeordneten Steine den Eingang zu einer anderen Welt 
markieren. Aber nie hat sich jemals wieder dieses seltsame blaue Tor aufgetan, 
durch das einst meine Reise nach Britannia seinen Anfang nahm. Ich bin ein 
Gefangener, eingesperrt in meiner eigenen, von Feigheit, Lge und Ha 
zerfressenen Welt.

 

Die Berufung
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Solche Gedanken martern mein nach Schlaf schreiendes Hirn, als pltzlich ein 
grelles, blaues Licht mein Schlafzimmer erfllt. Neugierig luge ich unter der 
Bettdecke hervor, um in Erfahrung zu bringen, wer es da wagt, meine noch nicht 
gefundene Ruhe zu stren. Eine seltsame Ahnung beschleicht mich ...

Tatschlich! Endlich, nach ewig langer Zeit, ein Zeichen aus der so sehr 
herbeigesehnten anderen Welt: Das Symbol des Codexes der ultimativen Weisheit 
strahlt hell in der Mitte meines Raums. Das kann nur eins bedeuten! Ich husche 
aus dem Bett zu meiner Kommode, wo ich im untersten Fach fr alle Flle die 
einzigen Erinnerungen an meine letzte Reise durch Britannia aufbewahrt habe: 
Eine auf Hochglanz polierte Rstung, ein von blankem Stahl glnzendes Schwert 
und das Symbol des Avatars, mein Ankh. Damit mache ich mich auf die Reise. Der 
Hexenkreis hat sich, seit mich ein Spaziergang das letzte Mal daran 
vorbeigefhrt hat, nicht verndert. War alles blo eine Illusion? Voll Hoffnung 
und Erwartung betrete ich den Kreis, und im selben Moment bin ich pltzlich in 
eine blaue Lichtmauer eingehllt. Nur ein Augenblinzeln spter ist alles vorbei 
... Wo bin ich?

Das ist nicht der Ort, an dem ich gerade eben noch stand. Es ist nicht einmal 
mehr die Welt, die meinen Krper und auch meinen Geist fr immer 
gefangenzuhalten schien. Der Duft der Wiese, das Singen des Windes, der zwischen 
den Bumen des Waldes hindurchfegt, der Vollmond, der die Nacht fast in hellen 
Tag verwandelt, das kommt mir alles so vertraut vor. Ich bin heimgekehrt: 
Britannia hat mich wieder! Doch die Freude ber das Wiedersehen weicht rasch 
einem Gefhl des Unwohlseins, das sich schwer auf meine Brust legt. Das ist 
nicht Britannia, wie ich es einst verlassen habe. Nein. Viel zu lange habe ich 
hier gegen das Bse gekmpft, um sie nicht sofort zu spren: Die feindliche 
Atmosphre, die sich wie ein dichter Nebel ber das ganze Land legt. Das 
Knirschen eines zerbrechenden Astes lt mich herumfahren, mein Schwert gezckt 
und bereit, einen gar frchterlichen Hieb zu landen. Zu meiner Freude mu ich 
aber feststellen, da kein Angreifer, sondern mein ehemaliger Kampfgefhrte 
Shamino mir gegenbersteht. Doch anstatt mir das geringfgigste Wort der 
Erklrung zu liefern, treibt er mich an, schnell diesen Platz zu verlassen, denn 
 wie er sagt  der Einsatz der groen Magie, die fr meine Berufung ntig war, 
ist sicher nicht unbemerkt geblieben. Und tatschlich: Bevor ich mir noch 
Gedanken machen kann, woher die panische Angst stammt, die meinen Freund Shamino 
so verzweifelt antreibt, lsen sich aus der dunklen Nacht drei finstere, in 
schwarze Umhnge gehllte Gestalten. Die Schattenlords, entfhrt es Shamino, 
der jedoch angesichts der nun konkreten Gefahr den Mut wiedergefunden zu haben 
scheint, den ich soeben verloren habe. Mein linker Fu wiegt Tonnen, meinen 
rechten wage ich erst gar nicht zu bewegen: Ich habe Angst. Zu Recht ...

Einer der Schattenlords tritt hervor und schaut mich aus seiner tiefdunklen 
Kapuze an. Er kennt mich. Er wei, da ich der Avatar bin. Ich wei, da er 
gekommen ist, um mich, die letzte Rettung fr Britannia, zu ermorden. Vor 
Schreck unfhig, auch nur einen Finger zu rhren, mu ich mit ansehen, wie sein 
Arm nach vorne schnellt und ein greller Blitz seiner Hand entfhrt. Das ist das 
Ende ...

Es wre jedenfalls mein Ende gewesen, wenn sich nicht mein Freund Shamino mit 
einem Aufschrei des Entsetzens todesmutig vor mich geworfen htte. Als der 
Blitz, der mir gegolten hatte, nun Shamino tdlich verwundet, ist meine Angst 
wie weggefegt. Wie knnen sie es wagen, mich, einen Avatar, anzugreifen? 
Entschlossen fasse ich den Knauf meines Schwerts, und schon mein erster Hieb 
trennt den Arm eines meiner Feinde von seinem Leib. Htte er jedenfalls tun 
sollen, doch stattdessen gleitet meine Waffe durch den Krper des Schattenlords 
wie durch Luft. Als ob es ihn gar nicht gbe. Schon steigt es wieder in mir auf, 
dieses Gefhl der Angst. Da schreit Shamino mit letzter Kraft: Leben. Die 
Rdchen in meinem Hirn rotieren wie verrckt. Leben, Leben...

Was soll das bedeuten? Der Schattenlord setzt an, seinen zweiten vernichtenden 
Schlag zu fhren, der diesmal mich treffen soll. Da pltzlich habe ich die 
Lsung vor Augen. Leben, das Symbol des Lebens, das Ankh. Das ist es. In letzter 
Sekunde ziehe ich es aus meinem Grtel und hebe es hoch, so hoch, da die von 
ihm ausgehenden grellen Strahlen auch die Schattenlords nicht verfehlen knnen: 
Sie treten die Flucht an vor diesem Symbol des Guten.

 

Wanted: Lord British
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Shamino ist schwer verwundet, aber Gott sei Dank: Er lebt. La uns zu Iolos 
Htte gehen, stammelt er vor sich hin, es ist nur ein kleines Stck ostwrts. 
Den Arm um meine Schulter gelegt, tritt Shamino den kurzen, aber schweren Marsch 
an. Seine Schmerzen mssen unmenschlich sein, mehrmals ist er kurz vor dem 
totalen Zusammenbruch. Doch dann ist es geschafft: Wir haben die Htte erreicht.

Iolo, der Barde, ist sich sofort des Ernstes der Lage bewut. Schattenlords, 
entfhrt es ihm. Zwar bin ich neugierig, wer oder was diese Schattenlords denn 
sind, doch ich bin still, denn erst einmal mu Shamino versorgt werden. Iolo ist 
nicht nur fr seine Sangeskunst, sondern auch fr seine magischen Heilkrfte 
wohlbekannt. Eine kurze Phase der Konzentration, das Zauberwort Mani, und wie 
von selbst beginnt sich Shaminos Wunde zu schlieen. Schwach, aber nicht mehr in 
Lebensgefahr, wird mein Gefhrte von Iolo ins Bett verfrachtet. Der Barde wendet 
sich daraufhin mir zu und erzhlt mir die Geschichte, ohne da ich auch nur eine 
einzige Frage stelle. Gleich zu Beginn trifft mich die Hiobsbotschaft wie ein 
Schlag: Lord British ist spurlos verschwunden. Mein alter Freund und 
Kampfgefhrte einfach vom Angesicht der Erde getilgt, ohne jegliche Spur. 
Whrend ich mich frage, was ihm wohl zugestoen sein mag, erzhlt Iolo weiter: 
Seit meinem letzten Besuch in Britannia hat sich einiges getan. Unter der 
Aufsicht von Lord British begann der Umbau der absoluten Monarchie in eine 
Demokratie. Dazu bildete er das Groe Konzil, dem auer ihm noch jeweils ein 
gewhlter Vertreter der acht groen Stdte Britannias angehrten. Zwei groe 
Aufgaben hatte diese Ratsversammlung zu erfllen:

* Die Hhlensysteme (Dungeons) magisch zu versiegeln, um die ihnen innewohnenden 
Geschpfe der Nacht auf immer von der Oberflche Britannias zu verbannen,
* den Codex der ultimativen Weisheit aus seinem steinernen Grab (der Abyss) zu 
befreien und ihn an die Oberflche zu transportieren. 

Groe Qualen und Mhen waren zu berwinden. Die Abyss strubte sich in hartem 
Kampf dagegen, den wertvollen Codex der Oberwelt preiszugeben. Doch dem Mut und 
der Ausdauer Lord Britishs und seiner Gefhrten war es zu verdanken, da endlich 
der Codex gehoben wurde. Sogar als die Abyss in ihrer Verzweiflung Feuer und 
Lava spuckte, schreckten die wackeren Recken nicht zurck. So findet man 
heutzutage auf der Insel des Avatars, dort, wo ehemals der Hllenschlund in die 
Tiefe ragte, einen Schrein, in dessen Heiligstem der Codex der ultimativen 
Weisheit aufbewahrt wird, umgeben von der inzwischen zur Ruhe gekommenen Lava, 
eingeschlossen in ein Felsmassiv aus den Exkrementen der Abyss. Damit glaubte 
man in Britannia, das Bse endgltig besiegt zu haben. Doch schon bald ging ein 
Gercht um, das ganz Britannia beunruhigte:

Die Lava, die aus der Tiefe der Erde in die Hhe geschleudert worden war, soll 
tief unter der Erde ein riesiges Vakuum, ein riesiges Labyrinth hinterlassen 
haben, fr das schon bald ein treffender Name gefunden wurde: Die Unterwelt. 
Natrlich kamen die seltsamen Geschichten ber die Unterwelt nach und nach auch 
Lord British zu Ohren. Geschichten von Abenteurern, die die verrckte Reise 
dorthin gewagt hatten, und die stark zerfetzt und leicht verwirrt von dort 
zurckkamen. Geschichten von ungeheuren Monstern, die dort hausen sollen. 
Kurzum: Erzhlungen, die einen Monarchen, der um das Wohl seines Volkes besorgt 
ist, beunruhigen mssen. So machte sich denn auch Lord British zusammen mit 
einer Handvoll Gefhrten auf in die Unterwelt. Zurck kam  in entsetzlichem 
Zustand  blo einer dieser wagemutigen Mnner. Und mit ihm die Nachricht, da 
alle anderen tot seien und Lord British von drei finsteren Kreaturen (Iolo tippt 
auf die Schattenlords) entfhrt wurde. Nachdem Lord British also verschwunden 
und nicht wieder aufzufinden war, ernannte sich ein bis dahin unbekannter 
Adliger zu seinem rechtmigen Nachfolger: Lord Blackthorn. Zu Anfang regierte 
er das Land ganz im Sinne von Lord British weiter, doch nach und nach begann er 
in die Rolle eines Diktators hineinzuwachsen.

Ehemalige Gefolgsleute Lord Britishs werden verfolgt, eingesperrt und ermordet; 
meine Gefhrten aus Ultima IV (unter anderem Iolo und Shamino) werden berall 
mit Steckbrief gesucht. Und dann sind da noch die Schattenlords, die das ganze 
Land tyrannisieren.

 

Rettet Britannia!
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Zusammen mit Iolo und dem schon wieder etwas erholten Shamino mache ich mich 
also auf die Suche nach Lord British. Wir verlassen Iolos Htte und wandern eine 
Weile Richtung Osten, bis wir auf einen kleinen Wegweiser treffen. Nun wollen 
wir mal sehen, wo wir hier berhaupt sind. Neugierig betrachte ich das seltsame 
Buchstabengewirr, das sich da vor meinen Augen entfaltet. Oh Gott. Sehstrungen 
infolge einer Kreislaufschwche, das kann gefhrlich werden. Fieberhaft 
durchstbere ich meine Taschen. Wo sind blo meine Herzpillen? Oder sind die 
Hieroglyphen, die von dem Schild her meinen Stielaugen entgegenlachen, 
vielleicht Wirklichkeit und keine Halluzinationen?

...Natrlich! Das ist britannianische Schrift und keine lateinische. Vage 
erinnere ich mich an einen Fetzen Papier, den mir Iolo flchtig zugesteckt 
hatte. Ich krame ihn aus meiner Tasche hervor, und tatschlich: Es ist eine 
kleine bersetzungshilfe. Damit gelingt es mir schlielich, den Wegweiser zu 
entschlsseln: Zum Schlo von Lord British gelangt man, wenn man dem Weg nach 
Sden folgt. Das ist berhaupt die Idee. Erst mal sehen, ob sich mein Freund 
nicht inzwischen schon wieder aus der Gefangenschaft befreit hat und mich 
bereits erwartet. Bei Anbruch der Nacht erreichen meine Gefhrten und ich das 
imposante Schlo. Doch wie sehr mu ich mich wundern, als wir alles verschlossen 
finden. Zu Zeiten Lord Britishs war diese Zufluchtssttte zu jeder Tages- und 
Nachtzeit geffnet. Egal, wann man kam, man war immer herzlich willkommen. 
Enttuscht lausche ich der Entschuldigung Shaminos: Das mut du verstehen. Sie 
haben Angst vor den Schattenlords und den Monstern, die nachts das Land unsicher 
machen. Wenn denen jetzt auch noch des Meisters Schlo in die Hand fallen 
wrde...

Diese Erklrung mu ich wohl akzeptieren. Nichtsdestotrotz will ich nicht bis 
morgen warten. Es gibt immer eine Hintertr, in der kleinsten Htte und im 
grten Schlo. So umkreise ich also das riesige Gebude, bis ich eine 
verschlossene Tr finde. Das ist es. Irgendwo in meiner Tasche mssen sich noch 
einige Schlssel aus Ultima IV befinden.

Such, kram, such, kram, aha. Da ist einer. Ob er wohl auch pat? Um ehrlich zu 
sein, es ist gar kein richtiger Schlssel, sondern ein Dietrich, gekauft von der 
Gilde der Diebe. Vorsichtig stecke ich den Dietrich in das Schlsselloch. Klick, 
ich habe den Schliemechanismus erwischt. Jetzt noch ein kurzer Ruck... 
krrrck... der Dietrich ist entzwei. Nach einer mittelschweren Fluchkanonade 
auf Rollenspielprogrammierer folgt kurz darauf der zweite Versuch. Diesmal 
gelingt mir der Coup. Ich ffne die Tr: Die Schatzkammer habe ich nun gewi 
nicht erwartet, aber der Geruch, der mir entgegenschlgt, htte auch nicht 
unbedingt sein mssen. Pferde! Ich bin in den Stllen gelandet. Egal. Augen bzw. 
Nase zu und durch. Flatsch! Vielleicht kennt Ihr dieses charakteristische 
Gerusch, dieses Gefhl unter den Fen, als wre man in etwas recht 
Unangenehmes getreten. Ein kurzer Kontrollblick nach unten, und richtig 
vermutet: Neidappt. Ich versuche dieses Migeschick zu vergessen und mache 
mich auf die Suche. Das heit, zunchst einmal habe ich mir eine kleine 
Nachtruhe verdient. Im Zimmer der Wchter, das bald gefunden ist, ist immer ein 
Bett frei, denn die Jungs sind rund um die Uhr im Schichtbetrieb ttig. Ich lege 
mich also in das nchste freie Bett und freue mich auf neun Stunden 
ununterbrochenen Schlaf.

Doch wie es der Teufel so will, mitten in der Nacht reit mich ein Grobian aus 
meinen sesten Trumen, grummelt etwas wie Bett mir gehrt und wirft mich 
kurzerhand raus. Warum mssen die auch blo mitten in der Nacht Wachwechsel 
abhalten? So verbringe ich den Rest der Nacht also in einem anderen Bett. Neuer 
Tag, neues Glck. Das Schlo ist relativ schnell von unten nach oben 
durchstbert, doch von Lord British keine Spur. Wo ist er blo? Die wenigen 
Leutchen, die ich auer den Wachen noch treffe, knnen mir auch keine 
vernnftige Antwort geben. Sogar Chuckles, des Knigs Hofnarr, der mir schon oft 
eine groe Informationsquelle war, hat keine Ahnung. Ergo entferne ich mich von 
dieser Sttte der geblasenen Trbsal.

 

Die Monsterbrigaden
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Kmpfen ist mal wieder angesagt. Wie schon in allen Ultima-Teilen vorher steigt 
das Giro-Goldkonto vor allem durch stndiges Draufhauen auf irgendwelche 
teuflischen Kreaturen. Doch etwas ist neu bei Ultima V: Die Ratten und die 
Skelette, die durch meine Hand ins Jenseits befrdert werden, lassen immer nur 
einen blutigen Fleck zurck, sonst nichts. Irgendwie mache ich was falsch.

Das nchste Duell mit mehreren Zauberern verschafft mir Klarheit ber diesen 
Punkt. Es ist wohl einfach so, da niedrige Monsterklassen kein oder nur wenig 
Gold hinterlassen, whrend man von den mchtigeren Feinden (wie eben genannten 
Zauberern) einiges erwarten darf. Jeder Zauberer, der sich vor meinen Schlgen 
ins Nirwana flchtet, lt eine Schatztruhe zurck, die  selbstverstndlich 
erst, nachdem die obligatorische Falle berwunden ist  prall gefllt mit Gold, 
Juwelen, Kerzen, Waffen und Essen ist. Apropos Essen, mit etwas Verwunderung mu 
ich feststellen, da meine Rationen sich langsam dem Ende zuneigen. Jetzt blo 
schnell einen Lebensmittelladen in einer Stadt suchen. Aber wo bin ich? Und was 
viel wichtiger ist: Wo ist die nchste Stadt? Durch das andauernde Kmpfen habe 
ich meine Orientierung verloren. Zwei Schritte westwrts: Keine Stadt in Sicht. 
Mehrere Schritte sdlich: Wieder nichts. Verdammt! Ich verhungere! Sonst kommen 
sie immer, diese widerlichen Monster, doch jetzt, wo man sie mal braucht, um 
ihnen ihr Essen abzuluchsen (Orcsche Wasserschleimkrabben: Igitt!), da zeigt 
sich niemand. So bleibt mir denn nur noch eins: Jmmerlich zugrunde zu gehen.

Dem groen Leiden folgt bald ein Gefhl groer Erleichterung. Ich habe es 
geschafft. An diesem Ort ist Friede, ewiger Friede. Mein bewegtes Leben soll 
hier endlich zur Ruhe kommen. Ich bin im Jenseits. Da hre ich aus weiter 
Entfernung die Worte: Fortis Fortuna Aventari. Irgendwer ruft mich zurck. Die 
krftige, charismatische Stimme klingt seltsam vertraut, es kann nur einer sein: 
Lord British. Wie im Dmmerschlaf sehe ich ihn da stehen: Als wre er unter 
groen Widerstnden aus einer anderen Welt gekommen, um mich zu retten.

 

Vertigo ... Aus dem Reich der Toten
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Als ich erwache, ist alles vorbei. Lord British ist wieder verschwunden, und ich 
befinde mich in einem wohlbekannten Raum. Hier war ich schon einmal, nmlich als 
ich das Schlo von Lord British auf den Kopf stellte. Und richtig: Noch leicht 
bis mittelschwer verwirrt und ganz schwer beeindruckt von dieser nahezu 
gttlichen Erfahrung verlasse ich das Schlo gleich wieder, denn dort gibt es ja 
sowieso keine wichtigen Informationen. Versuchen wir es daher mal in Britain, 
der Stadt der Barden. Doch wie wird mir, als ich die Stadt betrete? Irgendwas 
stimmt hier nicht. Hier riecht es nach Falschheit. Egal. Durchstbern wir 
zunchst mal den Waffenladen nach einer besseren Ausrstung. Tatschlich gibt es 
dort sehr interessante Sachen. Seit Ultima III besitze ich eine Vorliebe fr 
Distanzwaffen, und einem Gercht zufolge gibt es hier die besten Bogen 
Britannias zu kaufen. Drei Stck htte ich gerne. Und  ach ja, htte ich fast 
vergessen  Pfeile natrlich auch.

Als ich mich von dem Hndler verabschiede, habe ich irgendwie das Gefhl, da 
etwas fehlt; irgend etwas wurde mir gestohlen. Schnell durchwhle ich meine 
Taschen... Alles noch da. Verwundert schttle ich den Kopf ber mein eigenes 
Mitrauen. Du als Avatar solltest etwas mehr Vertrauen haben, sage ich mir noch. 
Da steht er urpltzlich vor mir: Ein Schattenlord! Der brigens zusammen mit mir 
wieder auferstandene Shamino flstert mir zu: Kmpfe nicht mit einem 
Schattenlord, zu stark ist er, zu gro seine Macht. Doch da ist es schon 
passiert: Die dunkle Gestalt hat mich eingeholt, und eine ungeheure Magie 
versetzt mich an einen unbekannten Ort. Ich kann mir nicht helfen, aber meine 
Bewegungsfreiheit ist dort schon sehr eingeschrnkt. berall behindern mich 
magische Barrieren, die dem Kampf gar nicht erst einen fairen Anschein geben 
knnen. Machen wir erst mal unsere Bogen fertig, sage ich gelassen zu meinen 
beiden Genossen. Iolo schttelt blo verstndnislos den Kopf.

Welcher Bogen, fragt er mich, ich habe keinen. Dabei hatte ich doch drei 
Stck gekauft. Wo ist blo... dieser miese Kerl von einem Hndler! Hat der mich 
doch tatschlich bers Ohr gehauen. Wie stehe ich nun blo da? Aus dem Nichts 
trifft mich pltzlich ein erster derber Schlag auf den Rcken. Ich wirbele 
herum, nur um einen zweiten Hieb voll ins Gesicht zu bekommen. Wo ist er, der 
Hund? Ich sehe ihn nicht! Oh Lord British, warum hilfst du mir nicht? Ich hatte 
keine Chance gegen diesen blen Schattenlord. So mute ich die 
Wiederauferstehungsknste Lord Britishs ein zweites Mal ber mich ergehen 
lassen. Bei meinem zweiten Besuch in Britain ist der Schattenlord verschwunden, 
ich kann in aller Ruhe mit dem Hndler abrechnen. Doch der kann sich natrlich 
nicht daran erinnern, wen er unter dem Einflu des Schattenlords so alles 
betrogen hat. Ich sollte wahrlich auch Besseres zu tun haben, als meine eigenen 
Fehler anderen zu unterstellen. Ich htte halt aufpassen mssen.

 

Zwei Jahre spter
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Viel Wasser ist den Verlorenen Flu hinuntergeflossen, und ich habe auf meinen 
Reisen durch Britannia endlich fast alle Rtsel gelst. Dabei war alles noch so 
unklar, bevor ich mein inzwischen erstandenes Schiff aus Versehen in einen 
Strudel steuerte. Htte ich vorher gewut, da dieser Strudel nicht nur 
ungefhrlich, sondern auch ein geheimer Eingang zur Unterwelt ist, ich htte 
mein Schiff schon frher dort hineingesteuert. In der Unterwelt, nicht weit von 
meinem Landeplatz, hinter einer Serie von Wasserfllen, finde ich die Ursache 
fr all das bel: Das Wrack eines versunkenen Schiffes. Voll Erwartung betrete 
ich diese Ruine, wobei ich mir jedoch vllig gewahr bin, da hier noch jemand 
leben mu. Zu ordentlich sieht alles aus, fast so, als htte man das Schiff auf 
dieser Insel halb aufgebaut und dann vergessen, es zu vollenden. Tatschlich 
finde ich eine lebende Seele: Kapitn Johne. Er ist berglcklich, nach so 
langer Zeit wieder mit einem Menschen sprechen zu knnen. So erzhlt er mir, 
ohne da ich ihn gro dazu auffordern mu, seine Geschichte: Ihn und drei 
Kameraden verschlug es vor langer Zeit in diese Unterwelt; genau wie ich 
gelangten sie durch den Strudel dorthin. Auf einer ihrer Erkundungsreisen fanden 
er und seine Kumpanen die drei Scherben eines mir wohlbekannten Edelsteins: Die 
berreste von Mondains Schwarzem Juwel, das ich einst (in Ultima I)  wie ich 
glaubte  auf ewig zerstrt hatte.

Doch dem war nicht so. Die drei Scherben, voll mit Bsem gespickt, ergriffen 
Besitz von Kapitn Johne und lieen ihn seine drei Kameraden tten. Ihr Blut 
benetzte die Scherben des Juwels, und wie aus dem Nichts entstanden die drei 
Schattenlords, die Kinder des Bsen. Als Kapitn Johne mit seiner Erzhlung am 
Ende ist, bricht es aus ihm heraus: Bitte, groer Avatar, la mich mit dir 
gehen, um meine Schuld zu shnen! Doch wohin sollen wir gehen? Wie komme ich 
wieder an die Oberflche? Zum Glck erinnere ich mich an die Worte eines alten 
Zauberers: In jedem Dungeon gibt es einen Raum, der zur Unterwelt fhrt. Wenn 
das so ist, so sagt mir meine ultimative Logik, dann mu es auch umgekehrt in 
jedem Teil der Unterwelt irgendwo einen versteckten Eingang zu einem Dungeon 
geben. In der Tat. Nach einer Weile finde ich ihn: Den versiegelten Eingang zum 
Dungeon Despise.

Zum Glck habe ich auf meinen Reisen auch das Wort der Macht erfahren, mit dem 
der Eingang wieder zu ffnen ist; ein alter Magier in Britain hat es mir 
verraten: VILIS. Die Erde beginnt zu beben, als das Wort meinen Mund verlt. 
Wie von Zauberhand rollen die Steine, die den Eingang versperrten, zur Seite. 
Nun also auf in das grte Vergngen bei allen Ultima-Folgen, dem Erforschen 
der Dungeons. Aus irgendeinem Grund sind die Dungeons in Ultima V noch fieser, 
noch hinterhltiger als in Ultima IV (obwohl dort schon die Grenze des 
Ertrglichen erreicht war). Nicht nur, da die dort ansssigen Monster 
ihresgleichen suchen, auch die Geheimtrphilosophie hat sich stark gewandelt. 
Konnte man bei Ultima IV die versteckten Durchgnge wenigstens noch mit 
Adlerblick erkennen, so luft bei Ultima V nichts in dieser Richtung. Man darf 
also jedes Stck der Mauer beschieen, daran herumdrcken, irgendwelche 
Gerllhaufen erklimmen, bevor sich endlich der versteckte Gang zu erkennen gibt. 
Wen wundert es da, da ich etwas lnger brauche, bis ich endlich wieder zur 
Oberflche zurckkehren kann?

 

Die Erkenntnisse eines Wanderers
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Nach etlichen weiteren Monaten des Umherwanderns und Monstererschlagens wei ich 
nun, wie ich mir das Spiel von Anfang an htte leichter machen knnen:

* Vieles aus Ultima IV lt sich bernehmen: Die Stdte, Schlsser, Schreine und 
Dungeons stehen an denselben Stellen, sogar die Mantras (die magischen Gesnge 
fr die Schreine) sind die gleichen geblieben.

* Mit den Schdel-Schlsseln bekommt man auch die Schlsser auf, an denen jeder 
Dietrich seinen Dienst versagt. Der Koch im Schlo der Schlange (Serpent's 
Castle) wei mehr.

* In Buccanneer's Den, dem Piratenhafen, sollte man sich nach zwei Dingen 
umhren: Dem Sextanten und der Kletterausrstung, mit der man so manchen 
mittelhohen Berg berwinden kann.

* Den Plan der H. M. S. Cape, dem schnellsten Schiff, das jemals gebaut wurde, 
findet man in der Schiffswerft in einem der Drfer rund um Lord Britishs Schlo. 
Baut man sein Schiff danach um, so wird es doppelt so schnell.

* Einen fliegenden Teppich (oho!) findet man in Lord Britishs Privatgemchern. 
Falltren und Smpfe zu berqueren ist damit eine Leichtigkeit.

* Pferde gibt es zu kaufen... oder an manchen Brunnen auch zu wnschen. Damit 
reist man immerhin doppelt so schnell.

* Um Lord British zu befreien, bentigt man seine Insignien: Die Krone, das 
Zepter und das Amulett. Sir Simon, der in einer Festung auf einer kleinen Insel 
in der Nhe vom Geisterwald lebt, wei mehr darber. Auerdem braucht man ein 
hlzernes Kstchen, das man in Lord Britishs Gemchern findet, wenn man auf der 
Harfe die ersten Takte des Musikstcks Stones spielt.

* Die drei Scherben des schwarzen Juwels und mystische Waffen findet man jeweils 
in einem durch einen Dungeon zugnglichen Teil der Unterwelt. Viel Spa beim 
Suchen!

* Zwei entgegengesetzte politische Bewegungen gibt es in Britannia: Den 
Widerstand (Resistance) und die Unterdrckung (Oppression). Findet man deren 
Pawrter heraus, gelangt man an weitere wichtige Informationen. Die Barkeeper 
wissen, an wen man sich wenden mu. 

 

Schattenlords ade!
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Nachdem ich einen Einsiedler namens Sutek auf seiner Insel besucht habe, wei 
ich, wie die Schattenlords zerstrt werden mssen: Jeder Schattenlord steht 
einem der drei Prinzipien Wahrheit, Liebe und Mut entgegen. Nun gibt es die drei 
groen Schlsser Serpent's Castle, Empath Abbey und Lycaeum, die jeweils 
ein solches Prinzip reprsentieren. In ihnen brennen die ewigen Flammen der 
Wahrheit, der Liebe bzw. des Mutes. Serpent's Castle liegt am nchsten, also 
probiere ich dort meine neu gewonnenen Erkenntnisse aus. Als ich dort vor der 
Flamme des Mutes stehe, nehme ich allen Mut zusammen und rufe den Schattenlord 
der Feigheit herbei: Nosfentor. Durch Raum und Zeit hallt dieser Ruf, dem der 
Schattenlord schutzlos ausgeliefert ist. Er mu erscheinen. Wutentbrannt will er 
sich auf mich strzen und bemerkt dabei nicht, da er sich genau ber der Flamme 
des Mutes befindet. Blitzschnell werfe ich die Scherbe der Feigheit in dieses 
reinigende Feuer. Ein Donnern, die Erde bebt, dann ist es vorbei: Nosfentor und 
die Scherbe der Feigheit sind vernichtet. Den anderen beiden Schattenlords soll 
es nicht besser ergehen.

 

Ein Wiedersehen mit Lord British
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Nachdem die Schattenlords aus dem Weg gerumt sind, kann ich endlich an das 
letzte Wagnis herantreten: Den Dungeon Doom. Tief in dem Teil der Unterwelt, 
der durch den Dungeon Shame erreichbar ist, liegt sie: Die Hhle, die noch 
tiefer ins Innere der Erde hineinragt. Nur durch Meditieren an den Schreinen und 
anschlieendes Besuchen des Kodex habe ich erfahren, wie man auch diese letzte 
Hhle betreten kann. Veramocor, das mchtigste aller Wrter der Macht, ffnet 
mir den Weg zum schwersten Dungeon, den ich jemals zu bestehen hatte. 
Dummerweise funktionieren die Zaubersprche zum Teleportieren innerhalb von 
Hhlen gerade in dieser Hhle nicht mehr. So bleibt mir nur zweins: Kmpfen und 
Geheimtren suchen. Nach mehreren Stunden bin ich dann endlich am Ziel meiner 
Trume: Das mu der Raum sein, in dem Lord British gefangengehalten wird. Doch 
wo ist er?

Weit und breit keine Spur von ihm. Zum Glck kommt mir hier Kommissar Zufall zu 
Hilfe. Als ich mich vor einen etwas sonderbaren Spiegel stelle, werde ich davon 
absorbiert, gelange in eine Art Welt-hinter-dem-Spiegel und stehe vor meinem 
lange gesuchten Freund. Das Wiedersehen ist kurz, aber herzlich, denn eine Frage 
brennt meinem Freund auf den Lippen: Hast du denn auch mein hlzernes Kstchen 
dabei? Gespannt blickt er mich an und ist hocherfreut, als ich ihm das Kstchen 
berreiche. Ich harre der Dinge, die da kommen mgen (vielleicht: Endlich! 
Meine Schokoladenkekse! Tausend Dank, mein Freund.) Doch nichts dergleichen. 
Lord British ffnet die Schachtel, in der sich irgendwelche seltsamen Kruter 
befinden.

Mondkruter, sagt er wie zur Erklrung. Er murmelt ein paar fremdartige Worte, 
da erscheint es vor uns: Ein blau schimmerndes Tor aus Licht. Gemeinsam betreten 
wir dieses Tor in die Freiheit. So wren wir denn am Ende von Ultima V. Bleibt 
noch zu sagen, da Lord British wieder seinen alten Platz als Knig von 
Britannia einnahm und der dunkle Lord Blackthorn auf ewig aus Britannia verbannt 
wurde. Gerne htte mich Lord British bei sich in Britannia behalten, doch bei 
allem, was ich dort erlebt habe, ist mir doch eines bewut geworden. Gegen das 
Bse  sprich gegen Lge, Ha und Feigheit  zu kmpfen, ist ein Lebenswerk. Man 
kann sich niemals sicher sein, das Bse endgltig besiegt zu haben. Wenn auch 
Britannia nun endlich seine Ruhe gefunden zu haben scheint, so ist es meine 
Aufgabe, in meine Welt zurckzukehren und dort alles in Ordnung zu bringen. Die 
Monster Britannias ... Dort tragen sie Anzge und sind von aufrechten Menschen 
kaum zu unterscheiden. Gewalt ist nicht der richtige Weg, diese Monster zu 
bekehren. Es ist nicht so einfach wie in Britannia, nein. Es wird viel Mhe 
kosten, den richtigen Weg zu finden, doch ich werde niemals aufgeben. Und sollte 
das Bse in Britannia noch einmal zu Leben erwachen; ich bin bereit. Bereit fr 
ein Ultima VI.

 

(64'er-Longplay 5/1990; Autoren: Bernd Wiebelt/Matthias Fichtner) 
